Spannender hätte der Endspurt um die Titelentscheidungen in der AvD-ACV German Karting Series Pro 2026 beim vierten Lauf auf dem Vogelsbergring in Wittgenborn kaum verlaufen können. Nach Rennen mit packenden Zweikämpfen, teilweise bis zur letzten Runde, wurden die Entscheidungen auf das große Finale in Mülsen vertagt.
Mit dem Ende der Sommerpause ist auch die Pro-Serie in Richtung Zielgerade der Saison 2026 eingebogen. Und wieder meinte es der Wettergott gut mit den Teilnehmern und sorgte für trockene Streckenbedingungen und angenehme Temperaturen. Die 1.038 Meter lange Kartbahn im hessischen Wittgenborn gilt aufgrund der sehr selektiven Kurvenpassagen als fahrerisch und körperlich höchst anspruchsvoll.
So konnten die Teilnehmer mit dem 1-Tages-Konzept der AvD-ACV GKS-Serie bereits freitags und samstags viel Tracktime nutzen, um den eigenen Fahrstil und das Setup des Karts optimal auf den Renntag vorzubereiten.
Mini-ROK: Wieder Siege für Vincent-Oliver Rieso
Vincent-Oliver Rieso (FSR Performance) war in Wittgenborn der bestimmende Fahrer der Mini ROK. Nach der Pole-Position gewann er sowohl das Prefinale als auch das Finale. Noah Elyas Kim belegte in beiden Rennen Rang zwei. Leon Kamrad (C4 Racing) wurde Dritter im Prefinale und nach einer Zeitstrafe Fünfter im Finale.
Damit könnte die Ausgangslage vor Mülsen kaum enger sein: Kamrad und Kim führen mit jeweils 142 Punkten, Rieso folgt mit 133 Zählern. Rechnerische Titelchancen besitzen nur noch diese drei Fahrer.
Junior-ROK: Utsch mit klarem Matchball
Bei den Junior ROK begann Wittgenborn erneut stark für Leonard Utsch (KSL Racing Team). Der Tabellenführer holte die Pole-Position und gewann anschließend das Prefinale vor Martin Nemeth (Hantscher Racing Team) und Phil Lindemann (JMP Kartsport).
Im Finale schlug Ben Elias Reimer (Gränz Driver Development) zurück und siegte vor Lindemann und Utsch.
Utsch führt die Meisterschaft nun mit 186 Punkten deutlich vor Reimer (134), Nemeth (129) und Lindemann (119) an. Damit reist Utsch als klarer Titelfavorit zum Finale. Rechnerische Chancen auf Platz eins besitzen noch Reimer und Nemeth, während auch der Kampf um die weiteren Podiumspositionen offen bleibt.
Senior-ROK: Perfektes Wochenende für Maxim Becker
Maxim Becker ließ bei den Senior ROK in Wittgenborn nichts anbrennen und holte sich nach der Pole-Position und dem Sieg im Prefinale auch souverän den Sieg im Finale. Dort kämpfte eine enge Vierergruppe um Platz 2, bei der sich letztlich Marcel Nowak (MPK Engines) vor Pascal Knipp (C4 Racing) die weiteren Podestplätze sicherte. Knapp dahinter landeten Alexander Salonek auf Platz 4 und Yannick Niessen (CRG Deutschland) auf Platz 5.
Mit nun 186 Punkten führt Becker deutlich vor Knipp (139) und Nowak (121) die Meisterschaft an. Becker geht damit als großer Favorit in das Saisonfinale, auch wenn Knipp und Nowak rechnerisch noch Chancen auf den Titel besitzen.
Expert-ROK: Dischner baut Führung weiter aus
Auch bei den Expert ROK gab es einen Doppelsieger. Christian Dischner gewann Prefinale und Finale jeweils vor Maximilian V. Hartke (Grethen Racing) und Harald Heinisch (Dutt Motorsport).
Dischner reist mit 195 Punkten als Spitzenreiter nach Mülsen. Hartke folgt mit 161 Zählern und ist der einzige Fahrer, der den Titel noch rechnerisch holen kann. Heinisch liegt mit 129 Punkten auf Rang drei.
X30-Junior: Julius Masser und Max Wuller teilen sich die Siege
Die wilden Jungen der X30-Junioren machten ihrem Namen alle Ehre und lieferten sich erbitterte Kämpfe um die Positionen. Gaststarter Julius Masser (DK Kartsport) holte sich überraschend die Pole-Position und den Sieg im Prefinale. Im Finale musste er jedoch nach einem technischen DQ den Sieg an Max Wuller (KSL Racing) abgeben.
Platz 2 ging an KSL-Teamkollegin Jolina Braun vor David Bangert auf Platz 3. Maksym Katasonov (Gränz Driver Development) landete dahinter auf Platz 4 vor Marie Thissen (Santamaria-Performance), die damit die Top 5 komplettierte.
Den Titel beim Finale in Mülsen wird letztlich nur noch zwischen Jolina Braun und Emanuel Drexel (Ebert-Motorsport) entschieden.
X30-Senior: Jan-Alessio Stutz dominiert die Gegner
Besser hätte Gaststarter Jan-Alessio Stutz (MPK-Engines) seinen Einstand in der GKS-Pro-Serie kaum abliefern können. Pole-Position und Siege in beiden Rennen zeigten sein Talent. Nichtsdestotrotz musste er sich die Siege gegen Maro Pfeifer hart erkämpfen. Dieser ließ nicht locker, konnte jedoch einem kontrolliert fahrenden Stutz nichts entgegensetzen und musste sich auch im Finale knapp mit Platz 2 zufriedengeben.
Den letzten Podestplatz schnappte sich im Finale Finn Schnitzler (KSL Racing). Der Meisterschaftsführende Kilian Kurz (Dutt Motorsport) sammelte mit Platz 4 weitere wichtige Punkte für das Finale in Mülsen. Dort wird er sich gegen Pfeifer und Schnitzler durchsetzen müssen, die rechnerisch ebenfalls noch Chancen auf den Titel haben.
OKN-Senior: Jan Waibel holt mit 2 Siegen vorzeitig den Titel 2026
Als Alleinstarter musste Jan Waibel (Mach 1 Motorsport) nur fehlerfrei beide Rennen absolvieren und holte damit die Maximalpunktzahl von 50 Punkten auf seinem Konto. Damit sicherte er sich vorzeitig vor Mülsen den Titel in der OKN-Klasse vor Mia Deuschle und kann entspannt Richtung Finale blicken.
Dort geht es jedoch noch um die Vize-Meisterschaft zwischen ihr und Johannes Mußotter.
KZ2-Shifter: Wirtz dominiert das Feld
Maddox Wirtz (VDB Racing) war diesmal das Maß der Dinge bei den Schaltern und ließ mit Pole-Position und Sieg im Prefinale auch im Finale keine Zweifel aufkommen. Er holte sich auch dort mit dem Sieg die maximale Punktausbeute vor Max Ohsenbrink (KSL Racing) und Lutz Ohsenbrink (KSL Racing).
Mathy Vandebroek (VDB Racing) fuhr zwar ursprünglich als Dritter durchs Ziel, wurde jedoch aufgrund einer Spoilerstrafe auf Platz 4 gewertet. GKS-Rückkehrer Timo Korell (CRG Deutschland) landete auf Platz 5 und bewies, dass er auch im Shifter-Kart schnell unterwegs ist.
Der Titelkampf zwischen Max Ohsenbrink und Maddox Wirtz wird in Mülsen spannend werden, da beide gerade mal einen Punkt getrennt sind.
KZ2-Masters Shifter: Schmidtke gewinnt beide Rennen und den Titel 2026
Marvin Schmidtke war ebenfalls als Alleinstarter unterwegs und gewann souverän beide Rennen. Den Titel hat er sich damit vorzeitig gesichert und kann entspannt auf das Finalrennen in Mülsen blicken.
Die GKS Pro in Wittgenborn bot einmal mehr tollen Kartsport mit spannenden Positionskämpfen, engen Entscheidungen und starken Leistungen in allen Klassen. Besonders das X30-Junior-Finale sowie die packenden Rennen der ROK- und KZ2-Kategorien sorgten für beste Unterhaltung auf dem Vogelsbergring. Mit mehreren dominanten Siegen, aber auch einigen engen Zieleinläufen konnten die Zuschauer einen abwechslungsreichen Renntag erleben.
Serienorganisator und Fahrercoach Jean-Louis Capliuk: „Die fahrerisch anspruchsvolle Strecke in Wittgenborn hat für einige Überraschungen gesorgt und die Meisterschaft in fast allen Klassen für unser Finalrennen in Mülsen offen gehalten. Jan Waibel und Marvin Schmidtke können wir jetzt schon zu ihren vorzeitigen Titeln gratulieren und freuen uns auf Mülsen, wo wir uns spannende und faire Rennen mit würdigen Meistern wünschen.“

